Gewalt gegen Minderjährige auf Ferienfreizeiten

Unser Maßnahmenkatalog zum Schutz gegen sexuelle und körperliche Gewalt auf unseren Ferienfreizeiten

Nicht erst seit dem Bekanntwerden von sexuellen Übergriffen auf Ferienfreizeiten und in Kinder- und Jugendeinrichtungen ist Fahrten-Ferne-Abenteuer als Kinder- und Jugendreiseveranstalter sensibilisiert gegenüber dem Thema sexuelle/körperliche Gewalt gegen Minderjährige.

Viele Eltern sind angesichts der aktuellen Missbrauchsfälle verunsichert. Wir haben deshalb auf dieser Seite unsere Maßnahmen zusammengefasst, die wir ergreifen, um sexuellen/körperlichen Missbrauch auf unseren Ferienfreizeiten zu verhindern bzw. um im Falle eines Vorfalls schnell und angemessen reagieren zu können.

 

Präventionsprogramm "PräTect" des Bayerischen Jugendrings

Fahrten-Ferne-Abenteuer folgt den Handlungsempfehlungen des Präventionsprogramms "PräTect" des Bayerischen Jugendrings. Das Programm umfasst einen Maßnahmenkatalog zur Vermeidung sexueller Übergriffe auf Mädchen und Jungen. Ziel ist es, nachhaltige Strukturen in der Kinder- und Jugendarbeit aufzubauen, die sexuelle Gewalt verhindern.

Unser Träger, der Pfadfinderbund Weltenbummler, lässt sich momentan nach den Vorgaben von "PräTect" zertifizieren.

Die Maßnahmen und Ziele von "PräTect" finden Sie hier

 

Unsere Maßnahmen

Um sexuelle und körperliche Übergriffe auf unseren Ferienfreizeiten zu vermeiden, setzen wir auf folgende Maßnahmen:

- Wir kennen jeden Betreuer persönlich. Jeder Betreuer absolviert eine mehrtägige Schulung, damit wir ihn eingehend kennenlernen und seine Motivation einschätzen können.

- Kleiner Betreuerschlüssel und Kleingruppenprinzip: Auf der Freizeit sind die Teilnehmer in kleinen Gruppen zu fünf bis acht Personen eingeteilt. Jede Gruppe hat einen festen Betreuer, der als 24h-Ansprechpartner dient. Mögliche Missbrauchsfälle haben es dadurch schwer, unentdeckt zu bleiben.

- Intervisionsprinzip: Die Betreuer halten auf der Freizeit eine tägliche Besprechung ab. Hier werden Probleme besprochen und möglicherweise auffälliges Verhalten von Betreuern thematisiert.

- Ausgearbeitete Verhaltensregeln für alle Betreuer
  (Wie verhalte ich mich richtig? Was habe ich im Umgang mit mir anvertrauten Kindern und Jugendlichen zu beachten? Wie vermeide ich unpassendes und missverständliches Verhalten? Wie gehe ich mit der Information um, dass auf meiner Ferienfreizeit ein sexueller Übergriff erfolgt ist? Welche Maßnahmen sind zu ergreifen, wer ist zu informieren?)

- Sensibilisierung in den Betreuerschulungen für das Thema sexuelle/körperliche Gewalt gegen Minderjährige

- Anweisungen für den Ernstfall während der Ferienfreizeit im Fahrtenordner

- 360°-Feedback: Anonymes Feedback von Teilnehmern, Eltern und Betreuern

- Service für Eltern und Betreuer: Notfalltelefon, schnelle Information über Twitter

- Flächendeckendes Netz von Vertrauenspersonen in Form unseres Mentorennetzwerks

Wir setzen niemanden als Betreuer ein, den wir nicht vorher persönlich kennengelernt haben, und über dessen Motivation wir Bescheid wissen!

 

Was tun im Ernstfall?

Was tun unsere Betreuer im Ernstfall, also wenn sich ihnen ein Teilnehmer wegen eines aktuellen Vorfalls anvertraut? Unsere Richtlinien folgen den Empfehlungen des Bayerischen Jugendrings und lauten:

Der Schutz des Kindes steht immer an erster Stelle!
1. Ruhe bewahren! Das ist sicher nicht einfach, aber absolut nötig.
2. Hol dir, wenn möglich, schnell professionelle Hilfe bei einer Beratungsstelle, einem Kinderschutzzentrum oder einer Notrufhotline.
3. Glaube dem Kind bzw. dem/der Jugendlichen. Ermutige, über das vorgefallene Erlebnis zu sprechen. Versuche einfach nur zuzuhören und Anteilnahme zu zeigen. Keine Suggestivfragen!
4. Versuche, Deine eigenen Gefühle zu klären. Jede/-r setzt andere Grenzen. Wenn ein Kind dir sagt, dass es eine Bemerkung verletzt hat, dann sage nicht „Ist ja nicht so schlimm“ oder „Vielleicht hat er es ja nicht so gemeint“, sondern nimm es ernst, auch wenn dich persönlich eine solche Bemerkung nicht verletzt hätte.
5. Handle nicht überstürzt. Mache nur Angebote, die erfüllbar sind. Mache keine Zusagen, die du nicht einhalten kannst.
6. Protokolliere nach dem Gespräch Aussagen und Situation.
7. Jedes weitere Vorgehen ist alters-, geschlechts-, entwicklungs- und kulturbedingt. Unternimm nichts, was der/die Betroffene nicht möchte. Also keine Strafanzeige bzw. Kontakt zur Polizei aus eigener Motivation. Sollte es sich um eine körperliche Gewalttat/Vergewaltigung handeln, muss der Notarzt und ggf. die Polizei eingeschaltet werden.
8. Stelle sicher, dass sich das betroffene Kind nicht ausgegrenzt oder bestraft fühlt.
9. Keine Information an den oder die Täter/-in. Es besteht die Gefahr, dass der/die Betroffene dann unter Druck gesetzt wird.
10. Behandle das, was dir erzählt wurde, vertraulich. Aber teile dem/der Betroffenen mit, dass du dir selbst Hilfe und Unterstützung holen wirst.

 

Angemessenes Verhalten der Betreuer

Es ist gut und wichtig, dass die Sensibilität für sexuelle Übergriffe in der Gesellschaft, bei Eltern und Betreuern zunimmt. Damit werden Jugendleiter, insbesondere männliche Betreuer, aber auch misstrauischer wahrgenommen und müssen besonders stark auf angemessenes Verhalten achten.

Um der Entstehung von Verdachtsfällen vorzubeugen, vermeiden unsere Betreuer alle Situationen, in denen sie zumindest theoretisch die Möglichkeit zur Verletzung der Intimsphäre eines Teilnehmers oder einer Teilnehmerin haben. Daher gilt für unsere Ferienfreizeiten:

- „Kuscheln“ vermeiden (z.B. auf dem Schoß sitzen, am Lagerfeuer eine Decke teilen)

- Getrenntes Umziehen, Waschen und Duschen

- Keine Berührungen an intimen Körperstellen (das ist alles, was von einem T-Shirt und kurzen Hosen verdeckt wird)

- Bei kleineren Verletzungen, Zecken, Insektenstichen o.ä. an normalerweise bedeckten Körperstellen sind je nach Situation entweder Zeugen beim Verarzten hinzuzuholen (z.B. ein weiterer Betreuer und ein weiterer Teilnehmer) oder im Zweifelsfall zum Arzt zu gehen.

- Generell sollte ein Betreuer nicht mit einem Teilnehmer alleine sein.

 

Bei Fragen oder Anmerkungen können Sie sich jederzeit an uns wenden (info(at)fahrten-ferne-abenteuer.de oder 0911/94 15 802).
Wir behandeln alle Ihre Angaben vertraulich.